Bachblüten

 

Alles in ordnung 

oder

Sicherheit im Leben

 

Crab Apple – Reinigung

(Malus pumila - Holzapfel)

 

Der Wuchs des Holzapfels mag beim Betrachten disharmonisch erscheinen; konzeptlos wäre vielleicht ein besserer Ausdruck, denn der Stamm wächst krumm bis verschlungen und hat eine schrumpelige Rinde. Auf diese Weise bleibt er klein und ist häufig sogar in Hecken zu finden.  Der Holzapfel ist der sehr widerstandsfähige Urapfel, der auch heute noch als Unterstamm bei der Veredelung von Apfelbäumen verwendet wird.  Die wunderschönen Rosenblüten sind weiss, mit einem rosa Hauch auf der Aussenseite und zeichnen sich durch ihren unnachahmlichen, süssen Duft aus. Damit locken sie vor allem Bienen an. Die Früchte sind hart und schmecken sehr herb. Aufgrund ihres hohen Mineralstoffgehaltes bewirkt der Genuss jedoch eine sehr gute Reinigung des Körpers sowie eine Anregung der Verdauungstätigkeit.  Sowohl die harmonischen als auch die blockierten Ausdrucksformen der Pflanze finden wir mühelos beim Menschen wieder.

 

Als Crab Apple betonte Menschen erfreuen wir uns einer guten, körperlichen und seelischen Gesundheit und verfügen über gut entwickelte Selbstheilungskräfte. Unsere innere Ordnung ist unabhängig von der äusseren. Dadurch entsteht ein gutes Beurteilungsvermögen für das Wesen(tliche) der Dinge, und wir können mit uns selbst nachsichtig umgehen.

 

Wenn dieses Zusammenspiel blockiert ist, kann das gesamte Ordnungsgefühl in Unordnung geraten. Die geistig-seelische Unordnung wird dann durch übertriebene Reinlichkeit und Ordnungsfimmel kompensiert. Wir lassen uns in der Öffentlichkeit nur mit makelloser Kleidung sehen, haben immer exakt geordnete Haare und stets eine supersaubere und aufgeräumte Wohnung.  Es kann eine übergrosse Angst von Krankheitserregern oder Ekel und Widerwillen gegen alles Schmutzige, Klebrige, Schleimige auftreten. Körperliche Prozesse werden dann als „unrein“ empfunden und können sogar den sexuellen Ausdruck und die Freude an der Lust behindern. Meist wird der eigene Körper als unzulänglich und unrein abgelehnt.  Auch im seelischen Bereich kommt es zu einer ähnlichen Ablehnung vorhandener Gefühlsregungen. So verlangen wir uns z.B. im blockierten Zustand oftmals völlig überhöhte Idealvorstellungen ab.

 

Mit Hilfe der Crab Apple-Blütenessenz söhnen wir uns mit den menschlichen Unzulänglichkeiten wieder aus. Infektionskrankheiten überwinden wir leichter und Fasten- und Entschlackungskuren verlaufen effektiver. Selbst Abbau „seelischer Schlacken“ durch psychotherapeutische Massnahmen gelingt besser.  Gegenüber negativen Einflüssen können wir uns immer klarer abgrenzen, und der Umgang mit einer 'gesunden Portion Dreck' wird möglich.

 

 

 

Honeysuckle – Die Vergangenheit loslassen

(Lonicera caprifolium - Geissblättrige Heckenkirsche)

 

Der süssliche Duft, der an Grossmutters Parfüm erinnert, und die zarten, etwas verschnörkelten Blüten, geben Honeysuckle etwas Nostalgisches und rufen Bilder eines Paradieses aus längst vergangener Zeit wach.  Das Geissblatt gehört zu den Kletterpflanzen und bevorzugt sehr sonnige Standorte. Wie jede andere Kletterpflanze auch, ist das Geissblatt auf eine „Kletterhilfe“ angewiesen (Mauer, Gerüst, Baumstamm…), die sie im Laufe der Zeit völlig überwuchert und von der Aussenwelt abschottet. Für unbelebte Kletterhilfen ist das kein Problem. Sind sie jedoch lebendig, so verlieren sie im Laufe der Jahre immer mehr den Anschluss an die Welt und werden Stück für Stück vom Lebensfluss abgeschnitten. Oder anders ausgedrückt: Sie bekommen nicht mehr mit, was um sie herum geschieht. Das bedeutet nach einer gewissen Zeit, dass das „Gerüst“ seine Vitalität verliert, während das Geissblatt üppig wächst und immer mehr Raum einnimmt.

 

Die Aufmerksamkeit für die Umgebung ist nicht nur in der Pflanzenwelt, sondern auch im Menschenreich sehr wichtig. Hier geht es um die wertvolle Fähigkeit, so dicht am Puls der Zeit zu leben, dass wir jede notwendige Veränderung erkennen und innerlich und äusserlich durchleben können, um jederzeit mit dem Lebensfluss in Verbindung zu bleiben und darin zu reifen. Dazu gehören unausweichliche Entwicklungsschritte wie Pubertät, Erwachsenwerden, berufliche Wechsel, Wohnungswechsel, Umgestaltung innerhalb der Wohnung, Abschiede jeder Art.  Innerhalb dieser Veränderung kann zwar vorübergehend Traurigkeit aufkommen, aber der Ausblick auf neue Möglichkeiten lässt dieses Gefühl rasch verschwinden und gibt auch die Kraft, loszulassen oder zu verzeihen, wenn es notwendig ist.

 

Diese harmonische Form des Lebens und der Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt kann zeitweise verlorengehen und wird dann ersetzt durch ihren blockierten Ausdruck in Form von Heimweh, der Weigerung innere oder äussere Veränderungen zuzulassen, altmodische Ansichten und Gewohnheiten, dem fehlenden Blick für notwendige Entwicklungsschritte oder längst fällige Abschiede, wie z.B. alte Dinge wegzuwerfen, überfällige Trennungen aus dem Elternhaus oder einer langjährigen Beziehung u.v.m. In Gesprächen dreht sich dann alles um "die gute alte Zeit" und "weisst du noch...", und obwohl diese Welt schon längst überlebt und überholt ist und natürlich auch ihre Schattenseiten hatte, wird sie unangemessen glorifiziert und in den Himmel gehoben.

 

Mit Hilfe der Honeysuckle-Blütenessenz wird das Leben in der Gegenwart gefestigt und das Vertrauen in die Zukunft gestärkt. Vergangene Erfahrungen oder Lebenslektionen werden realistisch als das erkannt und verarbeitet, was sie sind. Notwendige Veränderungen werden leichter angegangen und Abschiede und Trennungen werden besser verarbeitet (die Blüte ist auch in der Spätbehandlung sehr effektiv). Damit bleibt die gesamte Lebenskraft erhalten und führt zu einem erfüllten, zeitgemässen Lebensstil, in dem nichts wichtiger ist als das Hier und Jetzt.

 

 

 

Oak – Die Krise meistern

(Quercus rober - Eiche)

 

Die Eiche ist ein langsam wachsender Baum, der zu den Harthölzern gehört. Wenn sie alleine steht, ist ihre Gestalt hoch und schlank und hat eine ähnliche Form wie ihre Blätter. Ihre Zweige wirken oft knorrig, da sie meist krumm wachsen, d.h. mehrfach ihre Richtung ändern. Die Rinde ist sehr rauh und rissig. Das Blätterdach ist dicht und wirft einen eher dunklen Schatten. Ihre besondere Fähigkeit besteht darin, sich auf Kreuzungspunkten von Wasseradern besonders wohl zu fühlen. (Darin begründet sich die Empfehlung für Gewitter: "Eichen sollst du weichen..."). Die Blüten der Eiche entfalten sich zum gleichen Zeitpunkt wie die Blätter, was für den Baum ein grosser Kraftakt ist; besonders wenn nachträgliche Wintereinbrüche und Frost auftreten. Ein zweites Blätterkleid "nachzuschieben" grenzt ans Unmögliche, da die Pflanze ohne Blätter keine Photosynthese treiben kann und somit keine neuen Nährstoffe bildet. Sie lebt dann vollkommen von der Substanz.

Die weiblichen Blüten sind klein und rot, die männlichen Blüten sind beige und hängen wie verknotete Seile von den Zweigen herab. Die Blätter und die Rinde sind sehr reich an Gerbstoffen. Das Holz wird häufig für die Zaunpfähle verwendet, da es sehr widerstandsfähig und gut spaltbar ist.

Traditionell wird die gute Eiche als Sinnbild für Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, Stärke, Stehvermögen benutzt. Diese Symbolik leitet sich wahrscheinlich aus ihrer Unfähigkeit "aufzugeben" ab. Selbst ein hohler, verfaulter Stamm treibt noch aus. Allerdings sind heute gerade Eichen in ihrem Gesundheitszustand schwer angeschlagen.

 

Manche ihrer Seeleneigenschaften lassen sich aus der äusseren Erscheinung der Eiche gut ableiten und auf uns Menschen übertragen. So sind wir als Oak-betonte Menschen sehr fleissig und können im Tagesverlauf "Berge versetzen", ohne zwischendurch in unserer Schaffenskraft nachzulassen. Wenn dann Feierabend ist, erfreuen wir uns am Ergebnis und geniessen die wohlverdiente Ruhe. Obwohl wir leistungsorientiert sind, können wir uns selbst auch Müssiggang erlauben. Auf diese Weise haben wir ein gesundes Verhältnis zu Anspannung und Entspannung. Beide Anteile sind im Gleichgewicht und unser Kräftehaushalt ist ausgeglichen. Und wenn wir uns ausnahmsweise einmal schwach fühlen, leben wir damit in Frieden und können auch die Schwäche anderer Menschen nachsichtig betrachten. Im harmonischen Zustand scheint das Sinnbild also durchaus zuzutreffen.

 

Wenn die Seelenkräfte jedoch blockieren, haben wir im günstigsten Fall eine charmante und liebenswerte Persönlichkeit vor uns, wie sie Richard Gere in "Pretty Woman" verkörperte: Der sogenannte "Workaholic". Ein Zustand, in dem wir nur noch arbeiten und unsere wohlverdienten Pausen mit arbeitsintensiven Hobbys füllen. Diese ständige Betriebsamkeit lässt Verwandte und Freund manchmal besorgt werden, doch die wohlmeinend angebotene Unterstützung wird von uns selten oder nur widerstrebend angenommen. Und kommt es unerwarteter Weise doch einmal so weit, muss der Helfer oft hilflos zusehen, wie das übertriebene Pflichtgefühl uns eine weitere unerledigte Angelegenheit bearbeiten lässt, statt die Ruhe auf dem Sofa oder im Bett zu geniessen. Die Fähigkeit innerlich loszulassen ist scheinbar verloren gegangen. Das Ganze funktioniert so lange, bis der unausweichliche Zeitpunkt des körperlichen oder nervlichen Zusammenbruchs gekommen ist. Dann kommt die Zwangsruhe. (Lass los und die Lösung kommt von allein!).

 

Neben dieser Arbeitssucht versuchen wir uns im blockierten Seelenzustand auch unentbehrlich zu machen, indem wir z.B. unsere Kinder oder Partner unselbständig machen (schulpflichtige Kinder werden z.B. noch angezogen oder das Brot wird ihnen geschmiert; dem Ehemann werden die Kleider herausgelegt usw.).

 

Mit Hilfe der Oak-Blütenessenz spüren wir wieder, dass wir auch dann wertvolle Menschen sind, wenn wir Pause machen. Wir spüren rechtzeitig, wann unsere Kräfte erschöpft sind und geben auf, bevor wir uns durch Überlastung schaden. Wir machen uns entbehrlich, indem wir unseren Mitmenschen ihre Selbständigkeit zugestehen. Oak hilft uns, innezuhalten, um die Wende einer Krise zu ermöglichen.

 

 

 

Vine – Herrschaft

(Vitis Vinifera - Weinreben)

 

Erst wenn der Frühling schon mit voller Kraft eingezogen ist und die Tages- und Nachttemperaturen regelmässig über der Frostgrenze liegen, beginnt der Wein auszutreiben. Dieses Wiedererscheinen der Lebenskraft vollzieht sich in rasantem Tempo, so als wolle die Pflanze alles Verpasste nachholen. Die Blätter erreichen leicht die Grösse einer gespreizten Männerhand, und die sonnenhungrigen, z.T. meterlangen rankenden Triebe schlingen sich mit grosser Schnelligkeit von Haltepunkt zu Haltepunkt, wo sie sich mit kleinen "Füsschen" verankern.Der Wein gehört zu den heimischen Kletterpflanzen. Er kann sehr alt werden und hat einen entsprechend grossen Lebens- und Ausbreitungswillen, besitzt aber kein "Stehvermögen", da er keinen Stamm bildet. So benutzt er andere Pflanzen und dominiert sie, indem er sich über sie hinweghängt. Im Gegensatz dazu wirken seinen Blüten eher unscheinbar.

Die Blütentraube ist hellgrün und besteht aus einer grossen Anzahl winziger Einzelblüten. Es sieht so aus, als hätten sie sich zusammengetan nach dem Grundsatz: "Gemeinsam sind wir stark!". Die reifen Trauben und der daraus gewonnenen Saft sorgen bei festlichen Anlässen bekanntlich für Heiterkeit und Wohlergehen. Man kann mit Sicherheit sagen, dass Vine ein kraftvolles, unerschütterliches Wesen hat, an dem man so schnell nicht vorbeikommt.

Da gerade der "Traubensaft" ein beliebtes Getränk ist, liegt die Vermutung nahe, dass wir auf dem Wege des Konsums versuchen, mit den seelischen Potentialen des Weins und unseren eigenen Kräften so in Berührung zu kommen, dass wir unser Leben besser und kraftvoller meistern können.

 

Das harmonische Potential des Vine-betonten Menschen besteht in einer mitfühlenden Führungspersönlichkeit, der das Miteinander mit anderen Menschen wichtiger ist, als die Herrschaft über sie. Wir haben es hier mit dem idealen "Chef" oder "Chefin" einer Familie oder Firma zu tun, der seine Mitmenschen mit einbezieht und gemäss ihren Fähigkeiten beschäftigt. Die Aufgaben werden so delegiert, dass noch Spielraum zur selbstbestimmten Arbeit bleibt, und die Erfolge jedes einzelnen werden voll anerkannt.

Obwohl dieser "Chef/Chefin" seine Entscheidungen selbst trifft, hat er ein offenes Ohr für die Bedürfnisse und Vorschläge der Mitmenschen. Dadurch entsteht ein harmonisches, menschlich-warmes Klima, in dem sich jeder wohlfühlt und zu guten Leistungen motiviert ist. Hier wird das Motto der Weinblüten "Gemeinsam sind wir stark" tatsächlich gelebt.

 

Verlässt dieses Gruppenoberhaupt seine harmonische Veranlagung, entwickelt sich im Handumdrehen der typische Macho und Tyrann. An die Stelle des Miteinanders treten Machthunger, Rechthaberei, Aggression und Streitlust. Aus Dienen wird Herrschen. Autoritäres Verhalten und wirtschaftliche oder emotionale Ausbeutung sind an der Tagesordnung. Gleichzeitig taucht eine innere Verweigerungshaltung auf, die jeden mit seinen Ideen oder Bedürfnissen ins Leere laufen lässt. Bei manchen Männern ist der blockierte Vine-Zustand noch gepaart mit "Überpotenz", die sich nicht nur im sexuellen Bereich zeigen muss, sondern ihren Ersatzausdruck auch in der aufdringlichen Fahrweise schneller oder teurer Autos/Motorräder finden kann. Frauen neigen in diesem Fall zu herrischem, überemanzipiertem Auftreten, und Kinder entpuppen sich als "kleine Tyrannen".

 

Mit Hilfe der Vine-Blütenessenz finden wir wieder zurück zu unserer natürlichen Führungsbegabung, die ohne besondere Potenz- oder Dominanzzeichen auskommt. Interessant ist vielleicht noch folgende Randbemerkung: Im Zusammenleben und -arbeiten suchen und ergänzen sich Vine-betonte Charakteren sehr gut mit Centaury-betonten Menschen, wo anpassungsfähige Centaury-Menschen mit dominanten Vine-Menschen oft am besten klar kommen.

 

 

 

Bachblüten-Texte von Luna S.Miesala-Sellin