Bachblüten

 

selbstverwirklichung

in der gemeinschaft

 

 

 

Centaury – Das eigene Leben leben

(Centaurium erythea - Tausendgüldenkraut)

 

Das Tausendgüldenkraut braucht für seine Entwicklung extrem mageren und trockenen Boden, der im Idealfall kalkhaltig ist, sowie volle Sonne. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, entfaltet sich eine kleine, aber besondere Schönheit. Der aufrechte Stiel wächst aus einer Blattrosette heraus und trägt an seinem Ende eine Blütendolde, die aus kräftig leuchtenden zartrosa Einzelblüten besteht. Diese Blüten öffnen sich am Vormittag und schliessen sich am Abend. Die Blätter sind elliptisch, klein und blassgrün. Insgesamt ist die Erscheinung für den flüchtigen Betrachter unsichtbar. Sie hält sich in ihrer Ausstrahlung so sehr zurück, dass man sie erst auf den zweiten Blick bemerkt. Aber dann ist das Entzücken über diese elfenhafte Schönheit so gross, dass man den Blick kaum abwenden kann. Fast jede andere Pflanze wirkt dagegen grob. In dieser äusseren Pflanzenerscheinung ist bereits viel von ihren Seelenqualitäten abzulesen: Der Gegensatz von demütigem Hintergrunddasein und strahlender Schönheit.

 

Die harmonisch gelebten Seelenqualitäten von Centaury äussern sich in dem klaren Wissen um die eigenen Bedürfnisse und Ziele (Durchsetzungsfähigkeit) und der Fähigkeit, sie unter günstigen Bedingungen direkt zu befriedigen bzw. anzusteuern (Abgrenzungsfähigkeit). Trotz dieser inneren Geradlinigkeit und Individualität können wir Bedürfnisse bei ungünstigen Voraussetzungen kurzfristig aufschieben und gelassen darauf warten, dass sich die Umstände zu unseren Gunsten ändern. In jedem Fall sind wir in der Lage, jederzeit gut für unser Wohlergehen zu sorgen. Dies sind hervorragende, kooperative Eigenschaften, die im Zusammenleben oder bei der Arbeit in Dienstleistungsberufen unbezahlbar sind, da ein ausgewogenes Miteinander entsteht, in dem das Ich ausreichend Raum hat.

 

Zu grösseren Problemen kann es kommen, wenn wir verlernen, gut für uns zu sorgen und uns selbst wichtig zu nehmen. Wir wirken dann willensschwach und im Gegenüber entsteht der Eindruck, als hätten wir gar keine Ideen und Bedürfnisse und man könne mit uns "sowieso machen, was man will". Wir lassen uns dann leicht unterdrücken und ausnutzen und uns sogar widerspruchslos grobe persönliche Beschimpfungen gefallen. In dem ehemals ausgeglichenen Miteinander entsteht jetzt ein Gefälle, in dem der Eine immer den Ton angibt (siehe Vine-Bachblüte), während der Andere immer zurücksteckt und mit der Zeit seine Durchsetzungskraft und Ausstrahlung verliert. Dabei wird er immer unscheinbarer und grauer. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem es nur schwer möglich ist, sich selbst zu befreien.

 

Die Centaury-Blütenessenz kann in dem Moment, wo wir uns nicht länger gängeln lassen wollen, wertvolle Unterstützung bieten. Mit der Einnahme klärt unsere Ausstrahlung, und das Gegenüber erkennt, dass wir eine eigene Persönlichkeit sind, der mit Achtung begegnet werden muss.

 

 

 

Chicory– Liebe frei von Bedingungen

(Cichorium intybus - Wegwarte)

 

Die Wegwarte oder Zichorie ist den meisten Menschen als Ersatzkaffee oder Wintersalat bekannt, der mit seiner leichten Bitterkeit eine willkommene Abwechslung in den Speiseplan bringt. Als wilde Pflanze kennen sie weit weniger Menschen, da magere Böden immer seltener werden und damit ihre Wuchsbedingungen mehr und mehr verschwinden. An den Stellen, an denen sie im Hochsommer blüht, fällt sie durch ihre leuchtenden blauen Korbblüten auf, deren Blütenblätter am Ende etwas ausgefranst aussehen. Und damit das Leuchten auch jeden Tag mit gleicher Frische gezeigt werden kann, öffnet sich jede Blüte nur für einen Tag. Mit Sonnenaufgang erblüht sie und gegen Mittag schliesst sie ihre Blumenaugen. Es entsteht der Eindruck, als würde sie ihre ganze Kraft bedingungslos in dieses Leuchten und Blühen legen und das unermüdlich jeden Tag wiederholen. Die Stiele der Pflanze sind so zäh, dass man sie nur abschneiden kann, wenn die Wurzel unbeschädigt bleiben soll.

 

Wie wir aus dem Märchen Wegwarte und Eisenhut - Treue Liebe wissen, geht es hier um den Ausdruck der Liebe und Hingabe um der Liebe willen. Grundsätzlich sind wir Menschen in der Lage, bedingungslos zu lieben; d.h. zu lieben, ohne Erwartungen und Bedingungen oder Gegenliebe. Darin können wir unser Liebesobjekt mühelos frei und ungebunden lassen und uns über alles freuen, was von alleine kommt. Damit kann sich jeder freiwillig für Nähe oder Distanz entscheiden und bewahrt seine gesunde, innere Unabhängigkeit.

 

Leider geraten wir gerade in Liebesangelegenheiten besonders schnell an unsere Vertrauensgrenzen und leben eher unsere blockierten Kräfte. Dann wird aus der bedingungslosen Liebe die erdrückende und fordernde oder erkaufende Liebe. Wir geben/tun etwas für den Anderen in der Erwartung, dafür wiedergeliebt, anerkannt oder gebraucht zu werden. Selbstverständlich erwarten wir zumindest einen Dank für unsere ungefragten Bemühungen. Wenn der ausbleibt, können wir eine Märtyrerhaltung annehmen, die den anderen regelrecht zur Dankbarkeit zwingt - aber leider keine Gegenliebe hervorbringt...

 

Manchmal kann blockierte bedingungslose Liebe sich als "Affenliebe" darstellen, bei der das Liebesobjekt (Kinder, Eltern, Partner...) nichts mehr alleine entscheiden oder tun kann, ohne dass wir uns einmischen oder manipulieren. Wenn wir dann auch noch am anderen klammern, bleibt der Liebe keine Luft mehr zum Atmen, und sie stirbt uns unter den Händen weg. Unsere grossen Erwartungen werden bitter enttäuscht, und wir flüchten in Selbstmitleid und Vorwürfe, die wir mit minutiösem Vorrechnen all unserer erbrachten "Liebesdienste" untermauern. Meistens beginnen sie mit den Worten: "Wieso hast du nicht...? Wo ich dir schon so oft..." oder "Du könntest auch mal an mich denken/etwas für mich tun!" Die damit erzeugten Schuldgefühle führen eher zu innerer Abkehr als zu liebevoller Hinwendung. Die stärkste Form von emotionaler Erpressung kann in somatischen Krankheiten liegen. Wir ertrinken in Selbstmitleid und zwingen den "Undankbaren" regelrecht 'zurückzuzahlen', indem er über die Krankenpflege etwas für uns tun muss.

 

Die Chicory-Blütenessenz erlaubt uns, unsere Erwartungen klar zu benennen und faire Abkommen im gegenseitigen Einverständnis mit unserem Gegenüber auszuhandeln. Ansonsten tun und lieben wir mit aller Kraft, wen wir wollen, wann wir wollen, was wir wollen, weil es so schön ist, zu lieben und zu dienen.

 

 

 

Heather – Nähe und Gemeinschaft

(Calluna vulgaris - Heidekraut)

 

Heidelandschaften haben ihren ganz besonderen Reiz während des Hoch- und Spätsommers, wenn das kleinblütige Heidekraut erblüht. Die Stimmung ist dann geprägt von wohltuender Wärme, Geborgenheit und einem "Dasein in Gemeinschaft". Vielleicht fragen Sie sich, warum das so ist. Die Antwort könnte im Wesen des Heidekrautes selbst begründet sein. Denn die Einzelblüte für sich betrachtet wirkt eher unscheinbar oder 'verloren'. Trotz ihrer leuchtenden Blütenfarbe geht sie leicht unter. Da die Blüten jedoch in Gruppen angeordnet sind, ändert sich der Eindruck vollkommen. Die Farbe leuchtet viel intensiver; das 'Blütengrüppchen' setzt einen unübersehbaren, warmen Akzent innerhalb des Gesamtbildes. Die Einzelblüten stärken sich gewissermassen gegenseitig.

 

Dieser Ausdruck von Gemeinsamkeit ist das Wesen von Heather-betonten Menschen. Ihre Stärke ist das Ruhen in sich, die Geborgenheit in sich und die gleichzeitige innere Hinwendung zu anderen. Sie kennen ihren Wert als Einzelwesen und schöpfen daraus substantielle Kraft. Die Basis der Ruhe ist im All-Eins-sein begründet. Von dort aus schätzen sie aber auch die Eingebundenheit in die Gemeinschaft und die daraus erwachsende gelebte Nähe. Sie lieben Gespräche und Begegnungen mit anderen Menschen und zeichnen sich auch als hervorragende Gesprächspartner aus. Ihre herausragende Gabe ist das aufmerksame Hinhören, Annehmen und Antworten auf die Kümmernisse oder Bedürfnisse eines anderen. Sie sind die ideale Stelle zum Aussprechen, Teilen oder Rat holen. Beide Gesprächspartner fühlen sich dabei sehr wohl und erfüllt, da von beiden der persönliche Wert gesehen und geschätzt wird (beide sind stark!).

 

Wenn das Schicksal oder das soziale Umfeld einen solchen Gemeinschaftsmenschen zwingt, abseits zu leben (durch Umzug, Trennung des Partners, erschwerte Kontakte etc.), dann wird es mit der Zeit immer schwieriger, den eigenen Wert zu sehen und zu schätzen. Aus dem All-Eins-sein wird Einsamkeit oder Verlorenheit. Und das Bedürfnis nach 'Kontakt um jeden Preis' wird zum zentralen Lebensthema.

 

Auf diese Weise wandelt sich der aufmerksame Zuhörer zu einem 'Plappermaul'. Der innerliche Kontakt mit anderen Menschen wird so spärlich, dass die Suche nach Körperkontakt hervortritt. Durch Berührungen der Mitmenschen innerhalb des Gespräches wird der Versuch unternommen, Anschluss zu finden. Eine Verhaltensweise, die bei Kleinkindern häufig und normal ist. Wenn sie bei Erwachsenen auftritt, ruft das eher innere Abwehr oder Ablehnung beim Gegenüber hervor. Aber auch äussere Abkehr wird gezeigt und stellt genau das Gegenteil von dem dar, was beabsichtigt ist / gebraucht wird / erreicht werden soll. Diese Haltung des bedürftigen, plappernden Kleinkindes macht auf die Dauer innerlich noch einsamer, obwohl sie äusserlich auf den ersten Blick so kontaktfreudig wirkt.

 

Mit Hilfe der Heather-Blütenessenz wird das gesunde Mass an Kontakt, innerer Nähe und Besinnung auf das 'Ich' wieder hergestellt und die Verbindung zur Gemeinschaft ist somit geschaffen.

 

 

 

Walnut – Selbstverwirklichung

(Juglans regia - Walnuss)

 

Walnussbäume sind sehr eindrucksvolle, grosse Bäume, die keinerlei pflanzliche Nachbarschaft dulden. Sie sind schon von weitem an ihrer Farbe und Form unter allen anderen Laubbäumen zu erkennen und haben eine kraftvolle, unbeirrbar wirkende Ausstrahlung. Früher waren wie sehr beliebt als Hausbaum, da sie einen aromatischen Duft verströmen, der Insekten abhält. Auch schenken sie einen lichten Schatten, in dem man Säuglinge gut geschützt schlafen lassen kann. Die Blattkrone kann mühelos einen Durchmesser von 10 - 15 Meter erreichen. Der kräftige Stamm besitzt eine raue, feinschuppige Rinde. Sieben glatte, stark gerbstoffhaltige Blätter sind an einem Blattstiel verteilt. Diese Gerbstoffe, die auch besonders in der grünen Hülle der Früchte vorhanden sind, werden nicht nur zum Färben sondern auch für die Ledergerbung benutzt.

Die grossen männlichen Blüten, die wie grüne, schlanke Weintrauben aussehen, fallen eher ins Auge als die wesentlich kleineren gelblich-grünen weiblichen Blüten, die die Form einer bauchigen Blumenvase mit zwei Blumen (den Stempeln) haben. Die stärkste Signatur weist die Nussfrucht auf. Sie hat die Form eines Gehirns und ist von einer weichen, einer harten und einer fleischigen Schale umgeben. So als müssten alle gedanklichen Prozesse in einem besonderes geschützten Raum stattfinden.

 

In Bezug zum Menschen zeigt sich, dass auch bei uns Abgrenzung und gedankliche Erneuerung oft zusammenhängen. So fällt es uns z.B. leicht, eine Veränderung herbeizuführen, wenn wir über längere Zeit das Gefühl hatten, nicht mehr in der richtigen Aufgabe oder am richtigen Ort zu leben. Sobald wir uns dieser anstehenden Veränderung öffnen, entdecken wir eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten. Dieser Zustand ist etwa so, als würden wir ein einem unbekannten Flur stehen, von dem einige Türen abgehen. Wohin jede einzelne Tür führt, ist unklar. Wir können es nur durch Öffnen herausfinden. Wir entscheiden uns nun für das Öffnen einer Tür, gehen hindurch und stellen uns der neuen Umgebung. Dabei sind wir uns unseres Zieles immer bewusst und lassen uns durch niemandem von unserem Vorhaben abbringen.

Diese Zielgerichtetheit lässt uns manchen Durchbruch schaffen und angemessen hohe Sprossen auf der Lebensleiter erklimmen. Aber nicht nur Durchbrüche, die von unserer Entscheidung abhängen, werden gemeistert, sondern auch wichtige Entwicklungsschritte wie Geburt, Zahnen, Eintritt in den Kindergarten, Ein- und Umschulung, Pubertät, ja sogar das Sterben. Kraftvoll und positiv können wir jede Herausforderung annehmen.

 

In dem Moment, in dem wir verlernen, uns selbst und unseren inneren Impulsen treu zu bleiben, können notwendige Veränderungen zu einem Problem werden. Wir neigen dann dazu, unangemessen lange in einer unerträglichen oder schwierigen Situation auszuharren, weil wir nicht wissen, was wir sonst tun sollen. Oder: Wenn wir bereits eine Veränderung in Erwägung gezogen haben, geraten wir durch Kommentare und Meinungen von aussen so ins Wanken, dass wir den Sprung nicht mehr wagen. Zum Teil liegt es daran, dass wir die fremden Meinungen an sich fürchten oder glauben, als Person abgelehnt zu werden, wenn wir unsere Entscheidung durchsetzen. Selbst bei frischen, aber bereits erfolgten Durchbrüchen kann es passieren, dass Wankelmut den Erfolg der Entscheidung verhindert, weil wir das alte, gewohnte Terrain nicht vollkommen loslassen können und somit den neuen Boden auch nur teilweise in Besitz nehmen können.

 

Die Walnuss-Blütenessenz lässt uns in solchen oder ähnlichen Wechselphasen des Lebens kompromisslos und klar der eigenen Entscheidung und dem eigenen Weg treu bleiben, indem wir uns gegen alle Einflüsse von aussen abgrenzen. Innere Klarheit und Stärke sowie eine gute Portion Neugier erlauben den Sprung ins kalte Wasser, der meistens durch eine deutlich verbesserte Situation belohnt wird. Das Wissen, dass grundlegende Veränderungen zum Leben gehören, aber auch mit Schmerzen verbunden sein können, erlaubt uns einen souveränen Umgang mit jeder Neuerung. Die Walnut-Essenz steht dabei vor allem im Zusammenhang mit den gedanklichen Anteilen der Veränderung!

 

 

 

Bachblüten-Texte von Luna S.Miesala-Sellin